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Am 8. Juni 1938 in Pforzheim (Deutschland) geboren, Studio in Paris von 1963 bis 1983, lebt und arbeitet seit 1981 in New York

Edition / Originale / Multiple



Auszug aus einem Text von Dr. Frieder Nake: "Mensch und Kunst im Computerzeitalter"

.... Manfred Mohr hat schon 1970 algorithmische Fingerübungen angestellt. In seinen Pseudoschriften hat er die lineare Struktur des Schreibens von links nach rechts und von oben nach unten ausgenutzt, um Textur zu Rasterflächen werden zu lassen. Bald schon findet er ein Thema, das er seitdem in unermüdlich neuen Varianten durchstreift: den Hyperwürfel. Es kommt in diesem Aufsatz auf keine mathematischen Details an. Deswegen genügt ein Hinweis, um das Thema anklingen zu lassen, aus dem Manfred Mohr seit Mitte der siebziger Jahre Zeichen schafft. Das Thema ist der Hyperwürfel.

Ein Hyperwürfel ist ein Würfel im vierdimensionalen Raum. Das ist ein Gebilde, das in vier Dimensionen dem entspricht, was wir aus drei Dimensionen ("Würfel"), zwei Dimensionen ("Quadrat") und einer Dimension ("Strecke") schon kennen. Nur um eine Andeutung zu machen: Ganz wie der uns vertraute Würfel begrenzende Seitenflächen besitzt, die Quadrate sind, so besitzt der Hyperwürfel Begrenzungsgebilde, die Würfel sind (es sind acht Stück).

Manfred Mohr läßt nun, metaphorisch gesprochen, Bewegungen im Hyperwürfel ausführen: Wege entlang der vielen dort vorhandenen Diagonalen zum Beispiel. Er wirft Blicke auf den Hyperwürfel, schneidet ihn, läßt ihn rotieren. Das jeweils entstehende Gebilde projiziert er in den uns vorstellbaren dreidimensionalen Raum. Von dort muß es noch einmal auf die flache Bildebene projiziert werden. Es entstehen sehr charakteristische Zeichen, spröde Balkengebilde in Schwarz und Weiß (gelegentlich tritt ein vornehmes Grau im Hintergrund in Erscheinung).

Manfred Mohr hat mit seinem so sehr unsinnlich erscheinenden Thema einen Zugang zu einer Zeichenwelt gefunden, die ihm schier unerschöpfliche Quelle seiner eigenen Handschrift geworden ist. Man mag seine komplexen Zeichen nicht eingängig finden - dahingestellt. Was sie jedoch in jedem Falle auszeichnet, ist ihre Unverwechselbarkeit. Sie sind klarer Ausdruck eines gestalterischen Willens, der sich mit Hilfe des programmierten Computers Bahn sucht und bricht.

Die großen, fast immer in Serie kommenden Bilder Mohrs tragen die Berechnung durch den Computer als wichtigsten Moment ihrer Existenz in sich. Sie sind aber in keiner Weise als Bilder aus dem Computer zu erkennen. Sie drücken auf stets neue Weise eine verborgene algorithmische Struktur aus, die hinter zufällig erscheinender Zeichenhaftigkeit verschwindet. Die Zeichen der Mohrschen Bilder (mit Namen wie P197-H oder P370-P) stehen für sich selbst, aber auch für anderes, für jene angedeuteten vierdimensionalen Verhältnisse. Dieses andere ist weitgehend unbekannt, ungesehen, unsichtbar. Mit Hilfe des Programmes macht Mohr Aspekte jener mathematischen Realität sichtbar. Die Zufälligkeit und Beliebigkeit jedes einzelnen seiner Zeichen wird in der algorithmischen Einmaligkeit zusammengehalten.

Der Künstler als Programmierer findet ein widerständiges Material. Dieses ist von vornherein semiotischer Art. Seine Widerständigkeit liegt folglich im Geistigen. Berechnungen gilt es zu organisieren, die zu Bildereignissen werden. Die Bewunderung für den Künstler, die wir aus seinem Bild heraus stets aufbringen wollen, findet ihren Anlaß in der Distanz, die er zum eigenen Werk eingeht und aushält. Deutlich ist die künstliche Kunst, die sich des Computers bedient, eine postmoderne Kunst, also eine Kunst, die zwar zu den Materialien gelangt, aber nicht von ihnen selbst, sondern von ihren semiotischen Spuren ausgeht...

Ausbildung


1957 Kunst + Werkschule, Pforzheim (gold- and silversmith, painting) Jazz musician (tenor-sax, oboe)

1960 Action paintings

1961 Receives school prize (art) of the City of Pforzheim

1962 Begins the exclusive use of black and white as means of visual and aesthetic expression

1965 Studies lithography at the Ecole des Beaux Arts, Paris - Geometric experiments lead to hard edge painting

1968 First one-man exhibition at the Daniel Templon Gallery, Paris - Systematization of the picture content

1969 Publication of the visual book “Artificiata I”
First drawings with a computer
Founding member of the seminar “Art et Informatique” University of Vincennes, Paris

1971 First one-man show of computer generated art in a Museum, ARC, Musée d’Art - Moderne de la Ville de Paris

1972 Sequencial computer drawings are introduced - Begins to work on fixed structures: the cube

1973 Receives awards at the World Print Competition-73, San Francisco, and the 10th Biennal in Ljubljana

1977 Begins to work with the 4-D hypercube and graph-theory

1980 Workphase: Divisibility, dissection of cube

1982 Quasi-organic growth programs on the cube

1987 First retrospective exhibition, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
Renews work to the 5-D and 6-D hypercube. Rotation as well as projection as
generators of signs

1990 Receives the „Golden Nica“ at Prix Ars Electronica in Linz
Receives the “Camille Graeser Prize” in Zürich

1991 Workphase:Laserglyphs, diagonal-paths through 6-D hypercube are cut from steel plates with a laser

1994 The first comprehensive monograph on Manfred Mohr is published by Waser-Verlag

1997 Is elected a member of the American Abstract Artists
Receives an Artists “Fellowship” from New York Foundation for the Arts

1998 Selected for Pioneering Artists, Siggraph Orlando, Florida
Starts to use color (after using black and white for more than three decades) to show the complexity of the work through differentiation

2002 Designs and builds small pc’s to run his program “space.color” and since 2004 also the program “subsets”
The resulting images are visualized in real time on LCD flat panels in a slow, non repetitive motion

2006 Receives the “d.velop digital art award (ddaa) (for digital pioneering-and original
geometric research), Köln / Bremen




Öffentliche Ankäufe

Switzerland
Musée de l’ Elysée, Lausanne
Aargauer Kunsthaus, Aarau
Schweizerische Nationalbibliothek- Bern
Cabinet des Estampes, Genève
Musée Jenisch, Collection de l’Etat de Vaud, Vevey
Haus Konstruktiv, Stiftung für Konkrete Kunst, Zürich

France
Centre Pompidou – Musée National d’Art Moderne, Paris
Espace de l’Art Concret, Donation Albers-Honegger, Mouans-Sartoux
Bibliothèque Nationale, Paris
Ministère des Affaires Culturelles, Paris

Germany
Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart
Museum Ritter, Sammlung Marli Hoppe-Ritter, Waldenbuch
Museum Pfalzgalerie, Kaiserslauten
Quadrat Bottrop – Josef Albers Museum, Bottrop
Kunsthalle Bremen, Bremen
Daimler Contemporary, Berlin
Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Leopold Hoesch Museum, Düren
Museum Ludwig, Cologne
Museum im Kulturspeicher, Sammlung Ruppert, Würzburg
Kunstmuseum Bonn, Bonn
Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen
Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart
Von Der Heydt-Museum, Wuppertal
Museum für Angewandte Kunst, Cologne
Museum Abteiberg, Sammlung Etzold, Mönchengladbach
Ulmer Museum, Ulm
Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik, Bonn
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen Preusscischer Kulturbesitz, Berlin
Stiftung für Konkrete Kunst, Sammlung Manfred Wandel, Reutlingen
Forum Konkrete Kunst, Erfurt
Städt. Galerie Pforzheim, Sammlung der Stadt Pforzheim
Kunstsammlung der Sparkasse Pforzheim-Calw, Pforzheim
Sammlung der Kreissparkasse Stuttgart, Stuttgart
Museum der Sammlung Peter Klein, Eberdingen
Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt

Portugal
Biblioteca Nacional de Lisboa

Poland
Muzeum Sztuki, Collection “Solidarity”, Lodz

United Kingdom
Victoria and Albert Museum, London

Netherlands
Stedelijk Museum, Amsterdam

Denmark
Louisiana Museum of Modern Art, Humlebaek

Croatia
Museum of Contemporary Art, Zagreb

Hungary
Hungary Museum of Fine Arts, Szepmuveszeti Muzeum, Budapest
Modern Gallery, Làszlò Vass Collection, Vesprém
The Ronald S. Lauder Foundation, Budapest, Hungary

Israel
The Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv

Canada
Musée d’Art Contemporain de Montréal
The Montreal Museum of Fine Arts – Musée des Beaux-Arts Montréal
Bibliothèque Nationale du Quebec
McGill University, Montréal
Carleton University Art Gallery, Ottawa

USA
Block Museum – Nortwestern University, Everston, Illinois
Fine Arts Museums of San Francisco, California
McCrory Corporation Collection, New York
Oregon State University, Departement of Art, Corvallis, Oregon
Progressive Art Collection, Cleveland, Ohio
Otis Collection, OtisCollege of Art + Design, Los Angeles, California
BP America - Amoco Collection, Chicago, Illinois



Einzelausstellung
(Auswahl seit 1987)

2009 Scope Basel, Art Fair Basel, DAM Gallery, Berlin
2008 DAM Berlin, Deutschland
2008 Kunstverein Pforzheim "Visuell zuhören", Pforzheim, Deutschland,
2008 Retrospective, Kunstverein Pforzheim, D
2008 Bilder + Zeichnungen, Galerie La Ligne, Zürich, CH
2007 broken symmetry (ddaa award), Kunsthalle Bremen, D
2007 (ddaa award), Landesvertretung Bremen in Berlin, D
2006 subsets, bitforms gallery, New York, USA
2005 Zeichnugen aus 30 Jahren, Museum im Kulturspeicher, Würburg, D
2004 space.color.motion, Digital Art Museum, Berlin, D
2002 space.color.motion, bitforms gallery, New York, USA
2002 space.color, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, D
2001 space.color, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt, D
2000 Retrospective 1965 –1999, The Rave Internet Webmuseum
1998 European Art Concrete, Berlin, D
1998 Retrospective, Josef Albers Museum, Bottrop, D
1998 Retrospective, Haus Kollmar & Jourdan, Pforzheim, D
1988 Retrospective 1960-87, Reuchlin Museum, Pforzheim, D
1987 Retrospective 1960-87, Wilhelm-Hack-Museum, D



Ausstellungsbeteiligungen
(Auswahl seit 2000)

2009 Artware 5, Galerie ICPNA, Lima, Peru
2009 Games no Games, Gesellschaft für Kunst und Gestaltung Bonn
2009 Regard 6 “Quand la géométrie devient art », Espace de l’Art Concret, Mouans-Sartoux,F
2009 Art and Electronica Media, show and Book Launch, publication by Edward Shanken,bitforms gallery New York
2009 Volta5- Basel with bitforms gallery, NewYork, Art Fair Basel
2009 MINUS SPACE, P.S.1 Contemporary Art Center/MoMA, Long Island, City, New York, USA
2009 Winter Group Show, Klein Format, Galerie La Ligne, Zürich, CH
2009 BIT INTERNATIONAL,Novel tendencije, Computer und visuelle Forschung, Zagreb 1961-1973 ZKM, Kalsruhe, D
2009 Paksi Keptar Museum, Paks, Hungary
2009 Gegenstandslos, Gesellschaft für Kunst-Gestaltung, Bonn, D
2008 DIE SAMMLUNG – Neue Ansichten II, Pforzheim Galerie, Pforzheim, D
2008 KUNSTWERK - Haengung 2, Sammlung Alison und Peter W. Klein, Eberdingen-Nussdorf, D
2008 AMERICAN ABSTRACT ARTISTS, Tribute to Esphyr Slobodkina Painting Center, New York
2008 IMAGING BY NUMBERS, Block Museum of Art, Evanston, USA
2008 ALGORTHMS, Block Museum, Northwestern University, Evanston, USA
2007 Sammlung Gutmann, Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst, Zürich, CH
2007 15 Jahre MKK, Neuhängung im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, D
2007 Der zweite Blick, Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen, D
2007 White & Black, Vasarely Museum, Budapest, H
2007 L’Abstraction Géométrique, Château de Tours, F
2007 Feedback, Laboral Centro de Arte, Gijon, Spain
2007 Die neuen Tendenzen, Leopold-Hoesch-Museum, Düren, D
2007 Ausgerechnet... Mathematik und Konkrete Kunst, Museum im Kulturspeicher Würzburg, D
2006 Cybernetic Sensibility, Daelim Contemporary Art Museum, Seoul
2006 20th Century Computer Art, Beginnings + Developments, Tama ArtUniversity Museum, Tokyo
2006 Bewegung im Quadrat, Museum Ritter, Waldenbuch, D
2005 Eröffnungs- Ausstellung der Sammlung Marli Hoppe Ritter, Museum Ritter, D
2005 Konkrete Kunst in Europa, Sammlung Ruppert, Museum Art Speicher, Würzburg, D
2004 Digital Art, Kendall College of Art+Design, Grand Rapits, Michigan, USA
2004 Sammlung Daimler Chrysler, Galerie der Stadt Sindelfingen, D
2004 Pour un Art Concret, Château de Mouans-Sartoux, F
2004 Hubertus Schoeller Stiftung “ …Stets konkret“, Leopold Hoesch-Museum, Düren, D
2004 25 Jahre Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, D
2004 German Accents, Long Island University, Brooklyn, New York, USA
2004 Byte, Nassau Country Museum Of Art, New York, USA
2003 Wege zur Abstraktion II, Form & Struktur, Kunstverein Schloss Plön, D
2003 Làszlo Vass Collection, Gallery of Modern Art, Vesprém, Hungary
2003 Sammlung Holze – Konkrete Kunst, Von der Heydt-Museum, Wuppertal, D
2003 Konkrete Kunst –einheit und vielfalt, Kunsthalle Villa Kobe, Halle (Saale)
2002 15 variations sur un même thème, Château de Mouans-Sartoux, F
2002 Dam, Lady Margarete Hall College, London, UK
2001 Pioneers of digital Art, Dam @ Unit 2, Guildhall Univerity, London, UK
2001 Konstruktiv-Konkrete Kunst, Josef Albers Museums – Quadrat, Bottrop, D
2000 Ligne(s) de conduite, Château de Mouans-Sartoux, F
2000 Von Albers Bis Paik, Stiftung für konkrete Kunst, Zürich, CH
2000 Computer-Codes, Kunstverein Bad Dürkheim, D
2000 30 Jahre Sammlung Etzolde, Städt. Museum Abteiberg, Mönchengladbach, D