Aurélie Nemours hat uns ein anspruchsvolles und umfangreiches Vermächtnis hinterlassen. Werke, welche in der Ruhe und der Einsamkeit ihres Ateliers entstanden sind. Gemäss ihrer eigenen Aussage immer im Zweifel zwischen Unsicherheit und grosser Freude! Die Abstraktion war ihr erster Grundsatz und Verbindung zwischen Philosophie und Spiritualität. Sie hat sich seit Beginn für die gerade Linie, den rechten Winkel und die Farbdimension als exklusives Prinzip entschieden und lehnte alle reellen Referenzen ab.
1910 geboren, stellte Aurelie Nemours das erste Mal 1944 in Paris aus, dies nach einer 20jährigen Lern- und Ausbildungsphase. Mit 19 Jahren hatte sie sich in der Ecole du Louvre eingeschrieben um ihr Studium der Kunstgeschichte zu absolvieren, welches sie zum Studium der Ägyptologie, der römischen Kunst, der spanischen Malerei und der Kunst der Moderne führte. Nachdem sie sich all dieses theoretische Wissen angeeignet hatte, entschied sie sich dem praktischen zuzuwenden und schrieb sich im Privatatelier von Paul Colin ein - Paul Colin bekannt für seine Plakate und Theaterdekors - sie erlernt im Atelier das Zeichnen nach Modellen und realisiert Plakate und Modezeichnungen.
Aber unbefriedigt von dieser Erfahrung, entscheidet sie 1941 ihre Lehre an der Akademie Andre Lhote weiterzuführen wo sie bis nach dem Krieg bleibt. Hier erlernt sie den Beruf der Malerin, eignet sich die fundamentalen Kenntnisse der Malerei an – wie ein Bild aufgebaut wird etc. Doch Aurélie Nemours teilt nicht die gleichen Ansichten wie der Meister und schlägt nochmals einen anderen Weg ein. .
Im Jahr 1948 unternimmt sie den dritten Schritt ihrer Ausbildung. Sie tritt ins Atelier von Fernand Léger ein. Im Gegensatz zu Lhote, sind die Unterrichtsmethoden von Léger, der erst aus seinem Amerikanischen Exil zurückgekehrt ist, gezeichnet von Liberalismus und lassen viel Platz für die Sensibilität in der Malerei. Aspekte, die später einen zentralen Punkt in den Werken von Aurélie Nemours einnehmen werden.
Aber Ferdinand Léger verweigert den ultimativen Schritt zur puren Abstraktion. Er, der sich in den 20er Jahren dieser Richtung stark näherte wandte sich später wieder davon ab. Dadurch fand Aurélie Nemours ihren künstlerischen Weg, um sich von ihrem Meister zu unterschieden, den sie sehr verehrte.
Zu dieser Zeit entschied sie sich strikt für die konkrete Kunst. Die Sprache der abstrakten geometrischen Kunst, die die Werte vorgab und in der keine Form der Wirklichkeit ersichtlich ist. In diesem Sinne folgte sie den Ansichten von Théo Van Doesburg.
Sie entwickelte ihr ganzes Leben lang ihr eigenes Aufbausystem in logischer Weise weiter, jedoch sich nie von ihren Grundprinzipien entfernend.
1953 erfindet sie ihr eigenes plastisches Vokabular, das sich durch eine bewusste Reduktion von Pikturalen-Elementen charakterisiert: die Horizontale, die Vertikale, der rechte Winkel, die Linie, auch die einfachen Formen des Vierecks und das Quadrat. Sie widersetzt sich der Diagonalen die bereits von Mondrian kategorisch abgelehnt wurde. Sie verbannt die Diagonale aus ihrem Kunstrepertoir und beschränkt sich exklusiv auf die Horizontale und Vertikale, ihre Kompositionen sind keine statischen Werke. Ab 1965 wird das Quadrat ihre predominante Form.
Die Werke sind von einer dynamischen Multiplikation und einer seriellen Anordnung bestimmt. Dieses Prinzip findet man speziell in der Serie Rythme du millimètre wieder.
Ihre erste persönliche Ausstellung findet 1953 in der berühmten Galerie Colette Allendy statt, die im gleichen Jahr Künstler wie Jean Gorin, François Morellet und Yves Klein zeigt.
Aurelie Nemours erhielt Unterstützung durch Künstler wie Herbin, der sie ganz am Anfang ihrer Kariere entdeckte - Hans Arp mit dem sie befreundet war - Marcelle Cahn, ihr Vorbild, den sie bewunderte - Jean Gorin, der sie mit seinen Kenntnissen unterstützte - Gottfried Honegger, der nie aufhörte sie bekannt zu machen als eine der grössten Künstlerinnen ihrer Generation.
Aber auch andere unterstützten sie u.a. Michel Seuphor, Serge Lemoine, Emmanuel Guigon und andere grosse Liebhaber ihrer Werke, mit denen sie langjährige Freundschaften unterhält.
Aurélie Nemours hat ihr ganzes Leben lang mit einer grossen Leidenschaft ihren persönlichen Weg strikt verfolgt. Sie hat uns währen 40 Jahren ihr Konzept der Malerei weitergegeben, in Farbe, mit schwarz und weiss in gewissen Zyklen, immer ihrem Lebenskonzept folgend.
Leider erhielt sie nicht immer die Anerkennung und Unterstützung welche ihr zugestanden hätte. Viel später, besonders ab 1989 wurden ihre Arbeiten bewundert, zuerst im Ausland und später auch in den französischen Institutionen. 2004 hatte sie die grosse Freude ihr Lebenswerk in einer Retrospektive im Centre Pompidou ausgestellt zu sehen. In vielen anderen Museen hatte sie bereits früher grosse Retrospektiven.
Auch zu erwähnen sind die Poesie-Arbeiten, die uns Aurélie Nemours hinterlassen hat (Beispiele dafür ebenfalls in der Ausstellung).
Galerie La Ligne
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Auszeichnungen
1988 Prix Camille Graeser, Zürich .
1990 Commandeur de l'Ordre national des Arts et des Lettres.
1994 Grand Prix national de peinture.
1996 Grande Médaille de la Ville de Grenoble.
1998 Chevalier dans l’ Ordre National de la Légion d'honneur.
1999 Grand Prix des arts plastiques de la Ville de Paris.
2003 Associée à l’Académie Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique
Messen / Salons
1944 -1945 Salon d’automne, Paris
1944 -1976 Union des femmes peintres et sculpteurs, Paris
1946 -1979 Salon d’art sacré, Paris
1949 -1992 Salon des réalités nouvelles, Paris
1956 -1957 Salon comparaisons, Paris
1972 -1982 Salon comparaisons, Paris
1972 -1985 Salon grands et jeunes d’aujourd’hui, Paris
Einzelausstellungen (Auswahl)
1984 Musée Tavet-Delacour, Pontoise.
1989 Stiftung fur konkrete Kunst, Reutlingen.
1990 Fondation nationale des arts graphiques, Paris.
1992 Musée de Grenoble.
1994 Stiftung fur konstruktive und konkrete Kunst, Zürich .
1995 « Michaux-Nemours », Centre d'art, Tanlay.
1995 Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen.
1996 Quadrat - Bottrop, Josef-Albers-Museum, Bottrop.
1996 Museum fur konkrete Kunst, Ingolstadt.
1996 « Histoires de Blanc et Noir - Hommage à Nemours », musée de Grenoble.
1996 « Histoires de Blanc et Noir », Stiftung fur konkrete Kunst, Reutlingen.
1997 Museuum and Art Gallery, French May, Hong-Kong..
1998 Notre-Dame de Salagon (vitraux).
1998 IVAM, Centro Julio Gonzalez, Valence (Spanien).
1999 Nemours rencontre Tinguely », Espace de l'art concret, Mouans-Sartoux.
1999 « Percussif », musée de Beaux-Arts, Rennes.
2001 Musée de la Cohue, Vannes
2001 Bibliothèque nationale de France, Paris
2001 Musée de Grenoble, Grenoble
2001 Fondation Louis Moret, Martigny
2002 Musée d’art moderne et contemporain, Strasbourg
2004 Espace de l’art concret, Mouans-Sartoux
2004 Centre George Pompidou, Retrospektive, Paris
2006 Galerie La Ligne, « Passer le Flambeau », mit Ode Bertrand,Zürich
2009 Galerie La Ligne, « Werke im Dialog » mit Gottfried Honegger, Zürich
Gruppenausstellungen (Unzählige Gruppenausstellungen)
Öffentliche- und private SammlungenCentre Pompidou, Musée d'Art moderne de la Ville de Paris.
Fonds national d’art contemporain, Paris
Musée d’art moderne de la ville de Paris, ParisMusée d’art contemporain, Strasbourg.Musée d'Art et d'Histoire, Cholet.
Musée des Beaux-Arts, Rennes.Musée d'Art et d'Industrie, Saint-Étienne.
Musée d’art moderne de Céret.
Musée Pierre-André Benoit, Alès.
Musée de Grenoble. Grenoble
Musée des Beaux-Arts, Nantes.
Musée Tavet-Delacour, Pontoise.
Musée des Ursulines, Maçon.
Musée de Verviers (collection des Amis du musée).Musée de Mulhouse.Musée des beaux-arts et d’archéologie, BesançonMusée de la Cohue, Vannes.Kunstmuseum, Düsseldorf
Saarland-Museum, Moderne Galerie, Saarebruck
Musée de Ciudad Cuauhtemoc, Mexico.
Museum Moderner Kunst, Eandkreis Cuxhaven.
Museum Wùrth, Kunzelsau.
Musée de Hünfeld, Hünfeld
Musée de Würsburg, Würsburg
Espace de l’art concret, Château de Mouans-Sartoux
Stiftung für konkrete Kunst, Zürich
Stiftung für konkrete Kunst, Reutlingen
Aargauer Kunsthaus, Aarau
Musée de Munster, Munster
Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen Josef Albers Museum, Bottrop.
Museum fur konkrete Kunst, Ingolstadt.
Victoria and Albert Museum, Londres.
Dallas Museum of Fine Arts, Dallas (Texas).
Donation Jean Arp, Musée d'Art contemporain, Locarno.Saarland-Museum Moderne Galerie, Sarrebruck.
Louisiana Museum, Humlebaek.
Cleveland Museum of Art, Cleveland, OhioMuseo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid
Musée de Stuttgart, Stuttgart
Musée Fabre, Montpellier
Museum of Art, Tel Aviv.
Musée des beaux-arts, Rouen
Musée de Prague, Prague
Musée de Calasetta, Calasetta
Musée municipal, Cambrai
Musée Matisse, Le Cateau- Cambrésis
Fonds national d'art contemporain
FRAC Île-de-France.
FRAC Alsace.
FRAC Bretagne.
FRAC Bourgogne.
FRAC Nord-Pas-de-Calais.
Artothèque, Annecy.
Artothèque, Montpellier.
Artothèque, La-Roche-sur-Yon.
Artothèque, Nantes.
Mobilier national, manufacture des Gobelins, Paris.
Bibliothèque nationale de France, Paris
Conservatoire national supérieur de musique, Cité de la Villette, Paris.
IVAM, Valence (Spanien).
Assistance publique, Paris. Maison du livre, de l'image et du son, Villeurbanne.
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