Bürgi Carola




Geboren 1967 in der Schweiz (CH), lebt und arbeitet in der Schweiz

Vertreten durch die Galerie La Ligne seit 2017


Auswahl von verfügbaren Werken




Née en Suisse 1967, vit et travaille en Suisse


Représentée par la Galerie La Ligne depuis 2017


Sélection d'oeuvres disponibles




Born 1967 in Switzerland, lives and works in Switzerland

Represented by the Galerie La Ligne since 2017

Selection of available works

 

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Spiel mit Licht
In der Fachklasse der Künstlerin Carmen Perrin an der Ecole supérieure des Beaux-Arts in Genf (1996-1999) wurde Carola Bürgi für Phänomene der Wahrnehmung sensibilisiert. So begann sie mit verschiedenen lichtdurchlässigen Materialien zu experimentieren wie Membrane, Stoffe, Papier, Plastik und Frischhaltefolien. Damit konnte Carola Bürgi leichte Objekte schaffen, die im Innern einen Hohlraum aufwiesen und kein volles Volumen waren. Die Transparenz des Materials liess ein vielfältiges Spiel mit Licht und Raum zu. Dieses erforscht die Künstlerin seither intensiv und macht das Thema in immer neuer Weise erfahrbar. Was Carola Bürgi an der Transparenz des Werkstoffes fasziniert beschreibt sie so:

„Die Erfahrung des Lichtdurchlässigen, Unscharfen erlaubt nicht, die Dinge die man sieht, schnell und klar zu erkennen. Der Blick des Betrachters bewegt sich, sucht. Er wird aktiv, zweifelt vielleicht, da er nicht klar benennen kann. Das stört unsere Gewohnheit, Gesehenes schnell zu Klassieren.“

Auflösen der Grenzen
Transparentes Material bricht in Verbindung mit Licht die materiellen Grenzen auf und es bricht mit der Ordnung und den Dimensionen des geschlossenen Körpers. Dies regt dazu an, Skulptur anders zu denken: als Fragment der Zeit und als wandelbare, ephemere Erscheinung. In gewissem Sinne spielen alle Arbeiten von Carola Bürgi mit dieser Auffassung von Skulptur, die diese nicht als geschlossenes, undurchlässiges Objekt auffasst, sondern als transformatives Gebilde. In der Ausstellung „jetzt. Skulptur heute“, die 2004 im Kunsthaus Langenthal, (Schweiz) stattfand, stand die Frage zur Diskussion, ob der objekthafte, skulpturale Körper für das heutige skulpturale Schaffen relevant sei. Carola Bürgis Objekte, die aufgrund der materiellen Beschaffenheit entlang der Grenze zwischen Körper und Auflösung, zwischen Gegenstandsbegrenzung und Gegenstandsauflösung oszillieren, waren eine treffende und äusserst anregende Antwort auf diese Fragestellung. Ihre Objekte, befreit von überkommenen, begrifflichen Vorstellungen eröffnen dem Sehen und der physischen Erfahrung eine elementare sinnliche Begegnung mit Skulptur.

Malerei und Plastik
Carola Bürgi begreift sich als Malerin und als Plastikerin. Im Anschluss an das Studium für plastische Recherche in den Bereichen Installation und Skulptur hat sie an der Ecole supérieure des Beaux-Arts ein Nachdiplomstudium in Malerei absolviert. Ihre Affinität zur Malerei ist denn auch mit ein Grund, weshalb alle ihre Arbeiten jeweils auch eine starke malerische Komponente aufweisen. Obwohl die Künstlerin keine der Gattungen bevorzugt, beschäftigt sie das Wechselspiel von Installation, Skulptur und Malerei. Für die Ausstellung „Fluid Art Canal International“, 2006-2007 (Le Landeron: Schweiz, Daejeon: Süd-Korea, Berlin) realisierte sie eine Arbeit (En même temps/gleichzeitig), die das Thema explizit aufgreift und die Gattungen miteinander verbindet. Auf einem Floss installierte sie einen Spiegel in einer Weise, dass gelegentlich Wasser über die Spiegeloberfläche floss und sich im Spiegel Wasser und Himmel spiegelten. Das Wasser und der Himmel sind Teil der Arbeit, da sie die Wahrnehmung des Spiegels verändern, der unter Wasser selbst nicht mehr klar erkennbar ist, ja sogar visuell verformt wird. Der Spiegel ermöglicht so die Darstellung der Gleichzeitigkeit von Objekt und seiner Abbildung, und die Arbeit selbst wird gleichsam zur ästhetischen Metapher für die Gleichzeitigkeit von Installation, Skulptur und Malerei.

Auszug aus einem Text von Kathrin Frauenfelder, Kunsthistorikerin, Kuratorin, Zürich


Öffentliche Sammlungen (Auswahl)

Ville de Sursee (CH)

Centre funéraire de Nyon (CH)

Ville de Nyon (CH)

Studio OPP, Prilly (CH)

www.edition5.org/ Kunstsammlung Erstfeld (CH)